Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde der Ostseeprovinzen Russlands


Beides kann die ausgebliebene Partei nur dann abwenden, wenn sie redliche Ursachen vorzubringen vermag, die ihr Fernbleiben rechtfertigen Er hatte, falls nötig, sich auch nach Rielasingen zu begeben, um Häuser, Güter und vor allem den Weinbau zu inspizieren.

Bürgermeister


Die Hausgeräte verfertigten sich die Leute zum eigenen Gebrauche selbst. Die Spindel hielt man in der Hand; Spinnräder kamen erst im Bis in die Mitte des Jahrhunderts wurde auch für den Fleischbedarf der Familie im Haufe geschlachtet. Auch Most und Wein wurde getrunken. Im Jahre durfte in Bayern das ganze Jahr kein Bier gebraut werden. Bei Festlichkeiten war selbstverständlich eine reichere Tafel.

So wurden dem jungen Helmbrecht bei dem Besuche seiner Eltern aufgetischt: Etzgabeln wurden erst Ende des! Jahrhunderts in Deutschland allgemein. Das gemeine Volk trug grobes Tuch oder Leder, graue oder schwarze Filzhüte und grobe! Messer in der Hose zu tragen war dazumal bei der Strafe des Hand- abhaueus verboten, aber ohne Erfolg. Jahrhundert machten Leibrock und Mantel die Oberkleider beider Geschlechter aus.

Der hemdartige Rock wurde über den Kopf angezogen und mit einem Ledergurt zusammengehalten. Derselbe war ohne Aermel und reichte anfangs bis zu den Knöcheln; bei den Frauen war hinten eine Haube angenäht, eine Elle lang und noch länger. So eut- stand unser gegenwärtiger Rock und der Gürtel wurde blotz zur Zierde. Auf der Spitze der ungeheuren Schuhschnäbel brachte man nicht selten Rollschellen an und auch an den anderen Teilen des Anzuges.

Die verschiedenen Kleiderord- nungen sowie die donnernden Strafpredigten gegen den Kleiderluxus richteten auch damals wie heute nichts aus. Die begleitenden Jnstru- mente waren Geige, Dudelsack und Pfeifen. Allgemein beliebt war das Karten- und Würfel- spiel. Hans Sachs zählt 15 verschiedene Kartenspiele auf.

Bares Geld war anfangs selten, man zahlte mit Naturerzeugnissen. Jahrhundert mehrte sich das Geld. Einheitsmünze war das Pfund; das- selbe wurde in Schilling und Pfennig eingeteilt. Im vier- zehnten Jahrhundert kamen die Groschen aus. Da aber die Münzen an Silbergehalt nicht gleich blieben, so wurden die Münzen gewogen; daher der Ausdruck: Die Taufe war ein wichtiges Familienereignis. Das Kind wurde nackt in das Tauf- decken getaucht und vom Paten herausgehoben da- her der Ausdruck: Jahrhundert waren drei allgemeine Beichttage jährlich vorgeschrieben: Ostern, Pfingsten und Weihnachten.

Nach dem deutschen Rechte war das Weib sein ganzes Leben hindurch nicht eigenbe- rechtigt, sondern stand unter der Gewalt des Munt Vaters oder eines Blutsverwandten. Nach der Trauung durch den Priester wohnten die Brautleute der hl. Messe bei, während welcher sie ihre Opfer darbrachten eine brennende Kerze , nach der Wand- lung den Brautsegen, die hl.

Beim Hochzeitszug fehlte auch damals der Brautführer nicht, welcher die Pflicht hatte, den beiden Brautleuten den Brautkranz lBrautkroue aufs Haupt zu setzen. Im Mittelalter begnügte sich der Kranke nicht mit einer Beichte, in welcher nur die seit der letzten Beichte begangenen Sünden gebeichtet wurden, son- dern er legte gewöhnlich eine Lebensbeichte ab. Wegzehrung wurde feierlich zum Kranken getragen.

Nach dem Absterben wurde der Kranke gewaschen, mit den Totenkleidern angetan, Kreuz und Rosenkranz in die Hand gegeben und so im offenen. Sarg in die Kirche gebracht, wo die Vi- gilien, die hl. Messen und das Libera im Beisein der Verwandten, welche alle brennende Kerzen trugen, gehalten wurden. Bei den Dom- und Klosterkirchen gab es auch Schulen für den weltlichen Unterricht, gewöhn- lich auch bei Pfarrkirchen, wo die Priester und an der Kirche angestellte Laien Schulmeister die Kinder unterrichteten.

Es bestand kein Schulzwang, aber die Eltern wurden ermahnt, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Das war zu einer Zeit, wo man um 1 Gulden fast einen Zentner Rindfleisch kaufen konnte. An Uhren vom lateinischen hora ist gleich ure ist gleich Stunde gab es Sonnen-, Wasser- und Sand- nhren. Die erste Räderuhr soll Augsburg be- kommen haben. Jahrhundert war das Zifferblatt auch an den Kirchenuihren in 24 Stunden eingeteilt.

Die Sänger standen in der Nähe des Altares; Instrumente waren selten. Die Orgel kam erst nach dem Jahrhundert aus, wo der Musikchor vom Altare weg nach rückwärts verlegt wurde. Sie wurden, wie heute, zum Verkünden des Gottes- dienstes geläutet. Es gab eine Zügenglocke, welche damals nur geläutet wurde, sobald jemand in den letzten Zügen lag?

Darnach durfte niemand mehr ohne Licht das Haus verlassen. Seit Mitte des Da sich aber Mangel an tüchtigen Weltpriestern eingestellt hatte, sah sich Bischof Wignlens von Passau genötigt, die Pfarreien Taufkirchen an der Pram, Raab mit dem Bikariate Zell den Chorherren von Suben zur Pa- storierung zu übergeben und demselben ad mensam einzuverleiben; dies mag um geschehen sein. Im Jahre waren in der Pfarre Zell noch drei freieigene Bauern. So ging ein Teil der Herrschaft Zell an die Tattenbäck über.

Aus ihn folgte fein' Sohn Christof Melchior. Er starb und wurde in der Pfarrkirche zu Zell begraben. Hier in dieser Zeller'fchen und deren Nachkommen Kapellen liegt begraben der edel gestrenge Herr Christof Mel- chior von Hochberg zu Gutmannsdorf, auf Feldegg, Riedau und Zell, dem Gott und uns allen eine früh- liche Auferstehung verleihen wolle.

Er blieb uuverehe- licht und verbrachte seine Lebenszeit auf dem adeligen Sitze Schwarzgrub in der Pfarre Weibern. Utzenaich, Obereizing, Zell und Einberg, Pannerherrn, der röm. Er starb und liegt in der Pfarrkirche Pram begraben.

Hans Franz Riedler, Pfleger zu Raab. Der LandShuter Erbfolgckrieg Lange Zeit war unsere Gegend von den Drang- salen des Krieges verschont geblieben, aber nun kam wieder der Greuel der Verwüstung. Elisabeth, die jüngere, war mit dem Pfalzgrafen Ruprecht ver- mählt. Diesen beiden wollte Herzog Georg nicht nur seine Reichtümer, sondern auch mittels Testament sein niederbayrisches Erbland übergeben.

Das war aber gegen das in Bayern bestehende Hausgesetz und Nach- folgeordnung. Herzog Georg starb und dann entstand der Krieg um den Besitz von Niederbayern zwischen dem Pfalzgrafen Ruprecht und den Herzogen von Bayern, welcher zwar nur ein Jahr dauerte, aber Ober- und Niederbayern schrecklich verwüstete. April begann der Krieg. Georg Wisbeck, einer der Hauptleute des Pfalzgrafen Ruprecht, rückte den Unterrichteter Dinge zog er von da nach Schär- ding.

Auch die Hosmark Zell wurde eingeäschert. Es ist un- möglich, alle Greuel aufzuzählen, welche in so kurzer Zeit diese Soldaten verübten. Das Elend zu beschrei- ben, welches in diesen beiden Wintermonaten alle Klassen der menschlichen Gesellschaft in Bayern be- troffen hat, ist eine unmögliche Sache.

Und was das Elend bis zur Unerträglichkeit stei- gert, ist der gänzliche Mangel an Lebensmitteln. Das tun nicht allein die Pfälzer, sondern auch die Kaiserlichen und die Bayern. Unser Hab und Gut ist dahin, unsere Lüste sind uns zurück- geblieben und mit ihnen ein sittenloses, ganz ver- derbtes Weibergeschlecht.

Er be- setzte und plünderte den Markt Ried, alles Vieh und Getreide wurde weggeführt! Die Reiterei wurde aber genötigt, Schär- ding wieder zu verlassen und zog sich teils nach Form- bach, teils nach Suben zurück. Wilhelm, Lud- wig und Ernst; es trat nun eine vormundschaftliche Regierung ein, an deren Spitze Herzog Wolfgang stand.

Es ent- stand aber zwischen den drei Brüdern ein Zwist wegen der Regierung im Lande. Zu Schardenberg, um Münzkirchen und Schär- ding herum hatten die Bauern bereits angefangen, gegen die Obrigkeiten und deren Anordnungen laut zu murren und sich aufzulehnen. Nur in der reichsfreien Grafschaft Ortenburg konnten die Protestanten sich halten, da die Herzoge von Bayern über diese Grafen und deren Untertanen keine Gewalt hatten.

Auf Herzog Wilhelm IV. Sein Sohn Wilhelm V. Er übergab die Regierung seinem Sohne Maximi- lian und starb In dem Stiftsregister über die Hofmark Zell werden zuerst jene Häuser angeführt, welche unter der Jurisdiktion Hoheneck standen und dann die unter Hohberg. Unter der Jurisdiktion Hoheneck standen 57 Hän- ser und unter Hohberg Ebenso waren auch die Bauernhäuser in der Pfarre Zell eingeteilt. Obwohl sie einen gemeinsamen Stamm- dater haben, führen sie doch zwei verschiedene Wap- Hen, die' aber im Lause der Zeit in eines zusammen- schmelzen.

Die Tattenpeckh zu Tattenpa ch. Dieses Geschlecht Pflanzt sich fort von Friedrich 1. Ein Zeitgenosse Wolf II. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor. Land zog und auf der Reise umkam, und Wilhelm, der verschollen ist. Ober-Tattenbach ist in der Nähe von Simbach bei Braunau.

Im Schweden- krieg zerstört, wurde es hernach in bewohnbaren Zu- stand wieder hergestellt, ist aber gänzlich abgebrochen. Das Wappen der Tattenpeck aus dem Stammhause Tattenpach war ein durch eine schräge Linie in zwei Felder geteilter Schild, in dem einen ein Jagdhorn, in dem anderen eine Hirschstange halbes Hirschgeweih.

Die Tattenpeck zu Falkenberg, Hauspach. Veit hatte zur Frau Barbara Zeitlach. Seine Söhne Hans II. Er war verehelicht mit Agatha Jnnerseerin.

Lehensbrief aus- gestellt auf Hans, Erasmus und Gottfried, über Kirch- berg lautend. Dieser Hans ist von der Linie zu Tatten- bach.

Der Ort Hauspach liegt an der Donau nahe bei Vilshosen. Gottfried, der Sohn Hans II. November machte Gottfried mitsamt seiner Frau Benigna zu Landshut sein Testament, in welchem er seine vier Söhne zu gleichen Teilen zu Erben einsetzte.

Er war verehelicht mit Rosina, geborene Offen- heim. Laut einer Abschrift ihres Testamentes Ar- chiv St. Bei ihrem Begräbnis sollen arme Leute mit Geldspenden beteilt werden. Den Töchtern ihrer Schwester Sabina v. Flizing zum Haag, Tris- teru und Penzing ihren Türkisring. Fli- zing, vermacht sie Gulden. Zum Universalerben all ihrer Verlassenschaft setzte sie ein ihren Ehegemahl. Für ihre Mühewaltung soll ein jeder bekommen einen sil- bernen Becher und 20 Gulden.

Gottfried widmete sich dem Kriegswesen und wurde in Frankreich, als die Kämpfe mit den Huge- notten stattfanden, Archiv St. Martin, und der Juliana, geb. Gabelkofen, und die Schwester des Urban, Bischof von Passau. Durch diese Heirat, welche um ge- schehen sein mag, kam er in den Besitz des Schlosses Utzenaich und der Hofmarch Altschwendt. Laut Kaufbrief, ausgestellt am Rödern zum Perg heiratete, und Benigna Ehrentraud. Seine Frau starb aus dem Schlosse zu Utzenaich.

Laut Heiratsbrief vom Dezember nahm er zur Frau die Jakobe, Tochter des Wolf v. Markl- kofen zu Erlbach. Er, der Bräutigam, hin- gegen soll auch Gulden Rheinisch in Münz niederlegen und die Braut mit dem dritten Teil des Heiratsgutes, also mit Gulden bemorgengaben. Zeugen des Heiratskontraktes auf Seite des Bräu- tigam waren: Stammtafel des Hans Ardolf.

Schirmleit zu Hacken und Mattnkosen und Wolf Christof v. Pamgarten zu Fraustein und Pocking. Treubach, welcher den Kirchenturm zu St.

Er widmete sich dem Kriegswesen und da er als bestellter Ritt- meister und bester fürnember Offizier tapfer und ritter- lich mit ungesparter Daransetzung von Leib, Gut und Blut in Bekämpfung und Demütigung der Ungehor- samen bei der in Böhmen und Oesterreich vorgesal- leueu Rebellion sich viele Verdienste erworben, wurde er am Februar von Kaiser Ferdinand II. November kaufte er von Gotthard v. In der Zeit von — kaufte er mehrere Häuser in der Hofmarch Raab, Obereitzing und Sigharting, letzteres um Er starb den 3.

Sie stiftete in der Frauenkapelle der Stadtpfarr- kirche Ried, wohin auch sie begraben wurde, wöchentlich 4 Seelenmessen, dann zu allen Quatemberzeiten ein gesungenes Seelamt mit Vigil und widmete hiezu zur Aufrichtung eines eigenen Benefizium Gul- den: Geist-Spital daselbst vermachte sie Gulden.

Treubach, dort begraben liegt, Gulden zu einer Wochenmesse vermacht. Sie starb im Schlosse zu Zell den Hans Ardolf hat vor seinem Ableben St. Wilhelm Leopold Graf v. Tattenbach, Hans Friedrich Freiherr v. Pien- zenau, Hans Jakob v. Ering, Hans Georg v. Hiern- stein und Graf Gottlieb Wilhelm v. Martin war Kaspar Marschalk zu Mairhof schon gestorben. Tattenbach diese Güter zu Lehen. Stammtafel der Linie auf Tattenbach und O e ch si n g.

Stammtafel der Tattenbach zu Eberschwang. Hans Gottfried, Freiherr v. Juli kaufte er von Hans Karl v. Polheim auf Wartenburg und Maria Isabella wurde mit einer Geldsumme abgefertigt. Als der Vater den Vor seinem Tode hat er seiner Frau und den drei Söhnen aufgetragen, die Kapelle zu Eberschwang, die er zu bauen angefangen und in der er auch begraben wurde, zu vollenden, was auch geschah.

Als Maria Jakobe Sigmund Ludwig v. Zeugen der Hei- ratsabrede waren auf Seite des Bräutigam: Hans Ludwig Graf v. Sonn- und Ensegg und Steireck, und Kaspar Graf v. Star- Hemberg Auf Seite der Braut: Georg Friedrich Freiherr v. Standteregg, Pfleger zu Dinglfing, und Hans Christof v.

Herbst- heim zu Salach und Hag. Teutten- Hofen und der Anna Eäcilia, geb. Khefer zu Merl- pach und Pachhausen, die ihm Gulden Heirats- gut zubrachte. Zeugen waren auf Seite des Bräutigam: Seine zwei Brüder und Sigmund Ludwig Freiherr v. Auf Seite der Braut: Hans Christof, Hans Ludwig und Joh. Gottfried Wilhelm wollte sie aber nicht herausgeben.

Hans Ar- dols starb den 7. Juni und liegt zu Eberschwang begraben. Seine Lehengüter gingen an Gottfried Wilhelm zu St. Stammtafel des Gottfried Wilhel'm. Gottfried Wilhelm, f ?

Joachims Ferdinand Josef, f Die Linie, welche von Hans II. Sein Bruder Wilhelm war der Begründer einer eigenen Linie, aus der Gottfried Wilhelm hervor- ging, und die nun im nachfolgenden beschrieben wird. Sein Sohn Hans, gestorben , war der röm. Februar den reichs- und erbländischen Freiherrnstand erhielten. Diese drei Brüder begründeten ein jeder wieder eine eigene Linie. November die Genehmigung, sein Wappen mit dem Röschschen zu vereinigen. Auf dem Röfchscheu Wappenschild ist der Vorderkörper eines aus- steigenden Rosses oder Einhorns zu sehen.

Wilhelm Leopold, geboren und gestorben , war des Erzherzogs Wilhelm Leopold obrister Kämmerer, dann Rhein- stein Sitz und Stimme auf den Reichs- und Kreis- tagen und am Mai das Münzrecht, Vor- rechte, welche er den Söhnen seines älteren Bruders Gottfried testamentarisch übertrug. Von Georg Sigmund sind keine Nachkommen be- kannt. Diese dürfte die Letzte dieses Zwei- ges gewesen sein und verkaufte Königsberg Februar , und Gottfried Wil- helm.

Das geschah am 1. Seine Witwe Anna Theresia, geb. Gräfin For- gach, erhielt nach Konfiszierung sämtlicher steirischer Güter, auch Rheinstein wurde weggenommen, eine jähr- liche Pension von sl.

Mai bei Ablegung der Ordensgelübde die rote Halsschnur abnahm, die zu tragen alle Abkömmlinge der Verschwörer verurteilt waren. Gottfried Wilhelm hatte Steiermark, als das er- schlitternde Ereignis über seinen Bruder Erasmus hereinbrach, verlassen. Martin getreten und dadurch auch Herr der Herrschaft Zell geworden. Wolf Friedrich, Bruder des Hans Christof und des Gotthardt, ge- boren , gestorben , wurde unter die niederösterreichischen Ritterstandgeschlechter aufgenom- men, in den Freiherrnstand und in den Grafenstand erhoben.

Wolf Christof erzeugte mit seiner Frau Elise keine Kinder. Wolf Dietrich, Georg Sigmund und Ehrenreich. Wolf Dietrich setzte diese Linie fort. Von diesen setzte die Linie fort Johann Philipp. Wie schon sein Vater vermutlich religionshalber aus- gewandert war, so war auch er im Auslande und wurde in polnisch-sächsischen Diensten Major.

Sein Sohn Johann Albert Friedrich, geb. Sep- tember , gest. Oktober , war fürstlich Fulda'scher Hofmarschall und Oberstleutnant. Sein Sohn Josef Jgnaz, geboren den April , gestorben den 3. Stammtafel der österreichi schen Linie. Die ö st erreichi s che Linie der Herren von T a t t e n b a ch. Hoheneck, der einzigen Tochter des Valentia v. Hoheneck auf Prai- tenbruck und Zell a. Im Jahre wurde er in den Herrenstand des Landes Oberösterreich aufgenommen.

Äns seiner Ehe entsprossen vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter. Sein erster Sohn Wilhelm, geb. Althan, die starb. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Juli , wurde die Gemahlin des Christof Adam Jaegerreuther und starb Der Sohn Quintin Adolf starb ledig.

Februar , vermählte sich mit Maria Katharina Gräfin v. Wurm- brand, die ihm einen Sohn Gottfried Wilhelm den 4. Abensberg und Traun und war die Hochzeit den 7. Bodenhausen zur Ehe genommen. Die Gräfin Judith Sidonia starb den 7. Zur zweiten Frau hatte er Eleonora Freiin V. Prösing, die ihm noch eine Tochter Johanna Dorothea den 3. März gebar und den 1. Er selber starb den Jänner , war königlich polnischer und chursächsischer Kämmerer und verehelichte sich mit Eva Maria Gräfin v.

Abens- berg und Traun, die ihm den Dezember Sophia Susanna, den 9. Jänner Johann Wil-- helm und den Februar Eleonora gebar. Dieselben wurden alljährlich den Pfleggerichten und Magistraten von der Regierung bekannt gegeben.

Taglohn der Zim- merleute im Sommer: Als Herzog Maximilian am Während des 3vjäh- rigen Krieges kämpfte er beständig an der Seite des kaiserlichen Heeres gegen die protestantischen Fürsten. Die Lasten des Krieges drückten aber schwer auf die hiesige Bevölkerung.

Tattenbach, Pfleger zu Ried, schrieb den Mörten viele Beschwerden ausgestanden haben. Ein ganzer Hof zahlte 1 fl. Ein ganzer Hof oder wer mit vier Rossen in der Scharwerk ist, zahlt monat- lich 1 fl.

Einen Vier- telacker traf 1 fl. Diese Summe kam wieder auf die Insassen des Landgerichtes zur Umlage: Im selben Jahre den Juni wurden auf Be- fehl des Kurfürsten, um den Segen des Himmels für die katholischen Waffen zu erflehen, die Fest- tage Maria Heimsuchung und Opferung als öffentliche Feiertage für das Volk ausgeschrieben. Im Jahre waren in Oberösterreich kai- serliche Völker und Reiter einquartiert, welche in das bayrische Land hinüberstreiften und plünderten.

Die Gerste, welche wegen des Regenwetters schlecht eingebracht wurde, verdarb im Stadel. Man konnte sie weder zum Säen noch zum Bräuen gebrauchen. Es entstand eine fürchterliche Teuerung? In vielen Orten des Jnnviertels hörte der Gottesdienst ganz aus. Der damalige Propst von Reichersberg, Jakob Christian, schreibt: Bon gestuukenen Aesern, Kleien, Baumrinden etc. Oktober wurde zu Mün- ster und Osnabrück der westfälische Friede geschlossen.

Märkte und Städte in Flammen aufgegangen, anno aber fast alle. Innerhalb ganzer Quadratmeilen gab es in man- chen Gegenden nur 2V— 30 Menschen? Die Volkszahl war um die Hälfte- geringer, als sie war. September starb Kurfürst Ma- ximilian I. Nach dem 30jährigen Kriege gab es allerlei herumziehendes Gesindel.

Gegen diese wurden die strengsten Verordnungen erlassen. Da Ferdinand Maria erst 15 Jahre alt war, wurde eine vormundschaftliche Regierung eingesetzt: Nach dem Kriege standen selbst in unserer Gegend manche Bauernhöfe mehrere Jahre ganz leer, weil ganze Bauerufa mitten samt den Dienstboten an der Pest dahingestorben waren. Besonders stark herrschte die Pest in der Pfarre Andorf. Zu diesem Kirchenbau trugen auch die umliegenden Pfarreien ihr Scherflein bei.

Gegen Mitte der er Jahre waren alle Bau- erngüter wieder bewirtschaftet und nach zwei Jahr- zehnten kannte man von dem langdauernden Kriege nur mehr geringe Spuren. Ein Korn- oder Weizenmäher bekam 8 kr. Gottfried Wilhelm hatte zur Frau Maria Bar- bara, geb. Joachim starb ledig zu Brüssel Ebenso hat er die Frauenkapelle da- selbst, die Hans Gottfried zu bauen angefangen hat, ganz vollendet, mit zwei Türmen versehen und darin eine Familiengruft errichtet.

Georgen am Fillmansbach verwendet wurden. Die schöne Kapelle wurde de- moliert und die Särge in der Pfarrkirche beigesetzt. Drosendorf war, starb Beide wurden in der Kapelle zu Eberschwang beigesetzt. November , Radegund, ge- borene Gapfelsteiner, seiner Frau gest. Dezember , und Hans Marschalk, gest. Jänner , im Jahre errichtet hat. Seine Frau hat in ihrem Testamente, ddo.

In der allgemeinen Landesgeschichte Bayerns sind die wichtigsten Ereignisse geschildert worden bis zum Tode des Kurfürsten Ferdinand Maria. Auf ihn folgte sein Sohn Max Emanuel. Kurfürst Max Emanuel kam mit Nach zweimonatiger Be- lagerung wurde Wien den September be- freit.

An den darauffolgenden Schlachten und Be- lagerungen in Ungarn hat er hervorragenden Anteil genommen und wurde von den Türken gefürchtet, der blaue König genannt. Das nächstwichtigste Ereignis ist: November war König Karl II.

November in Mad- rid als König von Spanien ausgerufen. Der Krieg gegen Frankreich begann schon im Jahre Da Max Emanuel sich auf Seite Fran? März zog Graf Leopold v. Schlick mit den kaiserlichen Truppen, März beim Zeller Burgstall mutwilliger- weise von Husaren niedergehauen.

Mai ist der Holzbauerssohn Franz von einem kaiserlichen Grenadier von dem Dache herab- geschossen und die ganze Hofstatt niedergebrannt woir- den und den August ist Andrä Wagner von Tischling von einem Soldaten erschossen worden. Zell, Raab und St. Im April rückte Schulenburg, der Anführer der säch- fischen Reiterei, über Riedau und Raab gegen Tauf- kirchen vor, um Schärding zu belagern, ohne jedoch etwas Bedeutendes auszurichten.

Hoheneck gegen die bay- rifchen Linien vor, warfen die Gräben ein und zer- störten die Schanzen und Blockhäuser. Im Monat August übernahm General Re- ventlau das Kommando über die vereinigten kaiser- lichen und dänischen Truppen und am Einige Soldaten streiften auch nach St. Marienkirchen, brachen in die Kirche ein, wurden aber dort von den rekognoszierenden bay- rischen Husaren gefangen und nach Schärding abge- führt.

Schon etwas früher hatte General Graf Emanuel v. Jänner gegen Abend kamen die bayrischen Truppen von Passau her in Zell an. Der Kurfürst hatte sein Hauptquartier im Bräuhause zu Zell aufgeschlagen. Drei Häu- ser in der Nähe der Schanze wurden in Asche gelegt, die übrigen aber durch die Bewohner und die bay- rischeu Soldaten gerettet.

Zu diesem Zwecke wurden einige Dragoner über die Pram oberhalb der Schanze kommandiert. Die Bayern zogen dann über Waizenkirchen nach Eferding. Im Juli kam der österreichische Landoberst Graf v. Doch die Bauern widersetzten sich; daher brachen die Oesterreicher gegen sie aus, zerstreuten die zum Wider- stände aufwiegelnden bayrischen Dragoner und erfchlu- gen 2V bewaffnete Bauern. So geschah es zu Sankt Lambrechten, aber noch ärger zu Taufkirchen, wo die Bewohner aus den Häusern und vom Kirchturme auf die Soldaten des Grafen Tür feuerten und mehrere derselben töteten.

Der Ort wurde erstürmt, ausge- plündert und den Flammen preisgegeben. Auch der Markt Riedau hatte durch die Nähe des Hauptquartiers unter Grafen Türheim viel zu leiden, da er zwischen den zwei feindlichen Mächten lag. August erlitten die Bayern und Franzosen bei Höchstaedt und Blindheim eine gänzliche Niederlage. Die Kaiserlichen waren jetzt Herren von.

In das Landgericht Schärding wurde der kai- serliche Rittmeister Graf v. Rakouitz mit Mann vom Palfyfchen Kürassier-Regiment einquartiert; über- dies fanden zahlreiche Durchmärsche und Einquartie- rungen statt, die vier Monate dauerten.

März wurde eine neue Anlage aus- geschrieben, wonach jeder Hof 12 Gulden zu zahlen hatte, und am März abermals eine Anlage von 4 Gulden 52 Kreuzer von jedem Hof, welche Steuer schonungslos eingetrieben wurde. Der ehemalige Wohlstand wurde dadurch vernichtet. Zu dem Ende sollten auch im Land- gerichte Schärding alle brauchbaren Männer von 20 bis 40 Jahren ausgehoben und nach Burghausen ge- liefert werden.

Auch die Pfarrge- meinde, wo ein solcher genommen würde, soll einen Galgen errichten und einen anderen Mann stellen. Die jungen Burschen flohen aus den Dörfern und verbargen sich in den Wäldern und Bergen. Der Bauernaufstand brach los. Der Bauernaufstand begann im bayrischen Wald. Tausende von Bauern standen plötzlich unter den Waf- fen. Um das Fest Allerheiligen hatte sich schon eine zahlreiche Bauernschaft bei Schär- ding eingefunden und ein Feldlager zu St. Florian bei der Pfarr bezogen.

November zwan- gen sie Braunau zur Uebergabe, der dortige Komman- dant Graf Tattenbach, der jetzt in kaiserlichen Diensten stand, wurde gefangen in der Festung zurückbehalten.

Im Landgerichte Schärding hatte sich die Bauern- schast bisher noch ruhig Verhalten. Von Schärding kam Christian Zwigler, ein abge- dankter bayrischer Feldwebel.

Diese waren die An- sührer und schlugen das Hauptquartier zu St. Dezember besetzten die Bauern Schärding. Jänner wurden sie von Generalmajor v. Kriechbaum bei Aidenbach bis zur völligen Vernichtung geschlagen. Ueber Bauern lagen tot auf dem Schlachtfeld. Der Aufstand war zusammengebrochen. Im Jnnviertel sah es nach dem Aufstande recht traurig aus; die meisten Bauern waren verschuldet oder gänzlich verarmt, manchem sog.

Hofbauern waren von seiner ganzen fahrenden Habe nur etliche Stück- lein Vieh geblieben. Wenn auch in dieser Gegend jetzt die Waffen ruhten, so dauerte der Krieg gegen Frankreich noch immer fort. Als aber am April Kaiser Josef I. Die- fer Umstand bewog England und die anderen Verbün- deten, sich am Kriege gegen Frankreich nicht mehr zu beteiligen. Da Kaiser Karl allei! Der Kurfürst kehrt Er starb den Die Regierung übernahm sein älterer Sohn Karl Albert. Nach Ableben seiner ersten Frau heiratete er Margaretha, geb.

Oktober erschossen und am 3. Ok- tober in der Tattenbach-Kapelle zu Münsteuer bei- gesetzt. Martin gehörte nämlich da- Zumal zur Pfarre Münsteuer.

Hier mutz auch noch erwähnt werden sein Bruder Amandus, der Jesuit wurde. Dumeldorf, Gn- teneck, Peterskirchen, Muran. Frei- und Panierherr zu Ganowitz, Herr zu J2t. Utzenaich, Ober- und Untereitzing, Grosfen-Kollnbach. Ritter des goldenen Vlieses und der Adel- Heid, geb. Das war aber schon die zweite Frau: April und wurde in der neu errichteten Gruft zu St.

Juli, 9 Uhr abends, ist durch Blitz- schlag der ganze Psarrhof abgebrannt. Alle pfarr- lichen Dokumente und das alte Trauungsbuch gingen zugrunde. Oktober starb Kaiser Karl VI. Dieser hatte im Jahre die söge- nannte pragmatische Sanktion eingeführt, wodurch er seine älteste Tochter Maria Theresia als die einzige Er- bin der sämtlichen österreichischen Stammländer er- klärte und die meisten europäischen Fürsten zur Aner- kennung derselben bewogen.

Run ging der Sturm von allen Seiten gegen Oesterreich los. Reiter in Schärding an. August wurde eine Lieferung von Scheffel Hafer, Gegen Ende des Jahres kamen Teile des österreichischen Heeres unter dem Kommando des Grafen Ludwig Khevenhüller von Niederösterreich herauf an die bay- rifche Grenze und breiteten sich im Jnnviertel aus. Bei diesen befanden sich auch die wilden Panduren, Rotmäntler genannt; ihr Anführer war der berüch- tigte Oberst Trenk. Nachdem Karl Albrecht am April mit Oesterreich Frieden, indem er allen Ansprüchen auf Oesterreich entsagte und die pragmatische Sanktion anerkannte.

In dieser Zeit erschienen wieder mehrere kur- fürstliche Kleideranordnungen; die erste Bräuknechte, andere Handwerksburschen, Schergen, Knechte ohne Unterschied zu ihrer Kleidung kein aus- ländisches sondern lediglich im Lande Bayern und in der oberen Pfalz fabriziertes Tuch und Zeug gebrauchen und tragen.

Ferners sollen sie sich auch enthalten allen Fadengoldes und -silbers ohne Ausnahme, auch der kostbaren Bänder und seidenen Strümpfe. März , ähnlich der ersten, twtd die dritte am 7. Erlaubt bleibt nur ein Tuch, wovon die Elle nicht über 2Gulden kommt.

Die Regierungszeit des Kurfürsten Maximilian Josef von bis war eine durchaus fried- liche. Es erschien ein neues Zivil- und Strafgesetzbuch und das Schulwesen wurde ver- bessert. Kehren wir nun wieder zurück zur Orts- geschichte.

Graf Maximilian Franz v. Lamprecht sagt in seiner Beschreibung von Raab, Seite , folgendes: Tattenbach einen gewichtigen Grund hiezu gehabt haben. August ist die Herrschaft von St. Martin samt Gästen zur Hirschjagd nach Zell gekommen. August sind die Heuschrecken mil- lionenweis geflogen. Oktober tiefer Schnee gefallen mit groHer Kälte. September gestorben war.

Ferdinand Joses war verehelicht mit Maria Anna, Reichsfreiin v. Hörwart-Posfenhofen auf Ho- chenburg. Die starken Fröste des Jahres und Regengüsse hatten die Feldfrüchte zum Teil oder ganz zugrunde gerichtet.

An der Landesgrenze standen Wächter und Galgen. Ein Bauer bei Burghausen wollte nur wenig Getreide wegschaffen, er wurde augenblicklich an den Galgen gehängt. Ein Pfund Fleisch kostete 2—3 Kreuzer.

Im Jahre wurde die Numerierung der Häuser im ganzen Jnnviertel angeordnet. Bereinigung des Jnnviertels mit Oesterreich. Nach dem Hinscheiden des Churfürsten Maximilian Josef am Regent von Bayern war Karl Theodor von der pfälzischen Linie. Es kam zum Kriege, aber nur zu unbedeu- tenden Gefechten. Mai wurde der Friede zu Tescheu geschlossen und Oesterreich begnügte sich mit der Abtretung des jetzigen Jnnviertels. Die seier- liche Uebergabe des Landes geschah zu Braunau den Kaiserin Maria Theresia starb Ihr Sohn Joses II.

Das geschah auch mit der Kirche zu Uebling. Pram abgebrannt und am November der Mair zu Wild- Hag. Mai wurde die Aufhebung des Chorherrenstiftes Suben ausgesprochen und auf- gelöst. Die Pfarrhof- gründe und Oekonomiegebäude zu Zell wurden um Gulden verkauft und dem Religionsfonds zu- gewiesen. Dadurch entstand das Anwesen des söge- nannten Psarrer-Mair Nr. Der östliche Trakt des Oekonomiegebäudes wurde zur Wohnung für den Pfarrer umgeändert.

November ist der Käser zu Weiret abgebrannt. April haben Diebe den Mair und Weber zu Ornetsedt niedergebrannt; auch war in die- sem Jahre ein schreckliches Hagelwetter. Willibald und Sigharting herübergeflogen und am Mai ist der Preninger durch gelegtes Feuer abgebrannt. Dieselbe hat laut Testament vom Er selber starb zu München den November und wurde auf dem allgemeinen Friedhof beerdigt. Mit ihm ist diese Linie er- loschen.

Sein Universalerbe war Heinrich Joses Jgnaz. Er war der Sohn des Johann Albert Friedriche der am 9. Oktober als fürstlich Fuldascher Hof- Marschall und Oberstleunant starb. Stammtafel des Heinrich Josef. Heinrich Josef Jgnaz f Jahrhunderts war in dieser Ge- gend noch ein zahlreicher Wildstand. Florian, in der Jnnau einen Biber geschossen. Wildschweine hausten noch in den Waldungen bei Brackenberg, Pfarre St. Roman, und in den zur Herrschaft Eberschwang gehörigen For- sten des Hausrucks.

Unter fortwährenden kostspieligen Einquar- tierungen, Requisitions-, Kontributions-Eintreibungen hielten die Feinde bis zum 1. Oktober rückte ein französisches Armeekorps von März wurde das Land von der Kriegsplage wieder frei. Im Monate Februar waren mehrere kaiser- liche Jnfanterieregimenter im Jnnkreis im Quartier; mancher Viertelbauer hatte 30 bis 40 Mann zu be- Herbergen.

So war die ganze Gegend voll Trauer und Elend. Oesterreich verlor an Frankreich Salzburg, das Junviertel und den westlichen Teil des Hausruckviertels. Grieskir- chen wurde dadurch bayrische Grenzstadt. Den Rückweg aus Oesterreich nahmen die fran- zösischen Heeresabteilungen wieder durch diese Gegend und es wiederholten sich die gleichen Plackereien. Das Jnnviertel stand nun unter der französisch-provi- sorischen Regierung zu Ried bis Oktober , weil am So war es aus kurze Zeit wieder bayrisch.

Mai kam das Jnnviertel wieder zu Oesterreich. Der letzte römisch-deutsche Kaiser war Franz II. Er hatte sich schon zum Kaiser seiner österreichischen Erblande erklärt und legte die deutsche Kaiserkrone nieder und das alte Deutsche Reich war zu Ende.

Er regierte als Kaiser von Oesterreich bis Auf Kaiser Franz I. Der Untertanen-Verband wurde aufgehoben und damit auch die Patrimonialgerichtsbarkeit. In den Monaten Juli und August wurden die politischen Ortsgemeinden errichtet. Die erste Gemeindevertretung in Zell bestand aus folgenden Männern: Um einen U ob erbück zu gewinnen, welche Steu- ern und Dienste jährlich den Bauern von ihrer Grund- Herrschaft bis zum Jahre auferlegt waren, seien hier einige Beispiele angeführt.

Die jährlichen Leistungen waren: Dazu kam noch der übliche Zehent, der aber nicht immer der Grundherrschaft gehörte. Dasselbe hatte jährlich zu leisten: Das Meistergut zu Tischling, ebenfalls ein Vier- telacker, unter der Herrschaft Suben hatte jährlich zu leisten: Dies alles bezog der Pfarrvikar zu Zell.

Heinrich Jgnaz Graf v. Rheinstein und Tatten-- bach, Herr aus St. Oktober ohne legitime Nach- kommen. Wegen vollständigen Mangels an Urkunden kann über die Bewohner der Hofmark aus alter Zeit nichts berichtet werden. Die Häuser waren durchwegs aus Holz erbaut, meistens nur mit einem kleinen Garten versehen, und wurden von der Herrschaft nur zu Zim- merrecht verliehen.

Häuser, bei welchen einige Grund- stücke waren, wurden zu Leibgeding verliehen. Georg der Wirt, Mich! Fleischhacker und Wernhard zu Fugleinsberg.

Veit Salchinger und Hans Zeller zu Zell. Von altersher waren in Zell vier Krämer, vier Bäcker und zwei Metzger. Selbstverständlich waren auch alle anderen Handwerke hier vertreten. Die untere Mühle wird gemeinhin die Le- derermühle genannt, weil daneben eine Ledererwerk- statte war.

Das herrschaftliche Brauhaus bestand schon im Die einzelnen Häusergruppen hatten eigene Benennungen. Jahrhundert sind nur etliche Bürger bekannt. Es war in einem ruinösen Zustande. Ein Augenzeuge schildert es also: Der Fischteich ist verschüttet -und sind die Fische, welche ein ganzes Jahr gefangen werden, nicht einen halben Gulden wert.

Folgende Häuser in der Hofmarch Zell gehörten dem Hohberg: Zu diesem Hause gehörte auch ein Krämerladen. Sebastian Aichperger aus der Jägerbehausung. Sebastian Toblinger vom Preiningftorferhaus. Christof Vilshofer auf dem Janihaus in der Scheiben. Wolf Reifchenböck auf dem Haus im Berg. Sebastian Toblinger, Wagner im Fischer- haus.

Georg Aichinger vom Peuntnerhaus. Sebastian Mayr aus dem Plindtendorferhaus. Stephan Gaisböck im Dorferhaus. Christof Einböck im Erlet. Hans Fuckersperger am Fischerhaus. Michael Gaisböck am Geiselhammerhaus im Berg. Abraham Zeindl auf dem alten Mesnerhaus am Friedhof.

Sebastian GaiSböck am Brunnbanernhaus. Raimund Kästlinger auf der unteren Mühl. Hans Achleitner vom neu erzimmerten Häusl im Krautgarten. Dann Krämer-, Fleisch- und Bäckerläden hatten: Häuser im Vormarkt Riedau: Daniel Gmeineder im Greilhaus.

Stephan Tanner am Pachingerhäusl. Dem Hoheneck gehörten folgende Häuser in der Hofmarch Zell: Sebastian Gaisböck am Mairhöfel. Wolf Prandmayr am Bräuhaus. Sebastian Difchlinger, Bäcker im Hofgarten. Augustin Altschwenter in der Kotgassen. Stephan Ratauer in der Kotgassen. Wolf Toblinger von der Zeil. Hans Plindendorfer an der Zeil. Sigmund Andorfer an der Zeil. Georg Rädlinger, Bäcker an der Branditati. Sebastian Gmeineder am Willingerhaus. Hans Gaisböck ans der Wöhr. Stephan Toblinger im Garten.

Hans Blümlinger im Fürsteinerhaus. Hans Treitlinger im Baumgarten. Leonhard Zenel im Erlet. Hans Einpeck im Erlet. Zur Lokalisierung der Wüstung Witegowenhusen bei Eppingen. Kraichgau 10 , S. Neue Ergebnisse der Wüstungsforschung am Oberrhein.

Karlsruhe Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e. Protokoll über die Arbeitssitzung am Abgegangene agrarische und gewerbliche Siedlungen vom Frühmittelalter bis zum Ersten Weltkrieg.

Stuttgart Historischer Atlas von Baden-Württemberg. Böckingen im frühen Mittelalter. Historischer Verein Heilbronn, Veröffentlichungen 25 , S. Neckargartach und Böllingen im Lorscher Kodex. Grundprobleme der frühen Geschichte der Stadt.

Historischer Verein Heilbronn, Veröffentlichung 27 , S. Grundrisse mittelalterlicher Städte III. Beiwort zur Karte IV,8. Erlanger Ortsnamenkolloquium , S. Siedlungen und Landesausbau zur Salierzeit. In den südlichen Landschaften des Reiches. Sigmaringen Römisch-Germanisches Zentralmuseum. Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte: Monographien 28 , S. Heilbronner Stimme vom 1.

Flein, Flein, du edler Fleck. Die rätselhafte Burg Lauterstein. Im Mittelalter — Weiler und die Herren von Weiler. Sechs Dörfer — eine Gemeinde. Die Wüstungen in Württemberg.

Ein Beitrag zur historischen Siedlungs- und Wirtschaftsgeographie von Württemberg. Stuttgart 50 Nomen est Omen? Die durch den hohen Baudruck im Heilbronner Raum erzwungenen jüngsten archäologischen Untersuchungen haben diese Vermutung zwischenzeitlich bestärkt und zur Entdeckung bislang in Südwestdeutschland noch gänzlich unbekannter Befestigungstypen geführt. Ziel ist zuvorderst ein Inventar aller Anlagen, aber auch deren wissenschaftliche Auswertung.

Im Frühjahr konnte nun mit der Bearbeitung des Burgmals begonnen werden. Erste Ergebnisse zum Burgmal sollen in diesem Vorbericht vorgestellt werden.

Der nach Nordosten weisende Bergsporn mit dem Burgmal an der Spitze liegt am neckarwärtigen Trauf des lang gestreckten, schmalen Höhenzuges zwischen dem Sulmtal um Weinsberg und dem Neckarbecken um Heilbronn. Der Sporn ist durch das sich vom Neckar aus rückwärts einschneidende Bächlein im Köpfertal aus der ansonsten eher geschlossenen Traufseite etwas herausgelöst und springt aus dem Gaffenberg anfangs spitz zulaufend hervor. Der beinahe zungenförmige Rücken ist leicht gerundet und fällt zur breiten Spitze hin kaum merklich ab, hat jedoch im Innenbereich des Burgmals eine um nur wenige Dezimeter erhöhte Kuppe mit ,4 m Höhe ü.

Wahrscheinlich steht hier etwas härteres Gestein an und hat die mit gut 40 m relativ breite und etwa 90 m lange, durch Wall und Graben gesicherte Bergspitze — Burgmal genannt — der Erosion widerstehen lassen. Aufnahme Otto Braasch; Naturräumlich ist die Region bevorzugt durch die niedrige Höhenlage um m ü.

Sie gehört zu den fruchtbarsten und agrarisch intensivst genutzten Gegenden Südwestdeutschlands. Jahrhundert in der etwa 3 km westsüdwestlich gelegenen Stadt Heilbronn vollständig aufgegangen ist.

Er sah nun im Burgmal eine Fliehburg aus der Völkerwanderungszeit, angelegt im 5. Nach Keinath sind mit -mal etwa auffällige Grenzsteine und -bäume bezeichnet. Landesvermessungsamt Baden- Württemberg Stuttgart Der Name ist jedoch fälschlich zu weit östlich eingetragen. Die nordwestliche, nach Heilbronn weisende Hangkante ist durch alten Mergelabbau wie auch durch die Kulturwechselstufe zu den talwärtigen Weinbergen auf fast ganzer Länge bis zu zwei Meter tief abgegraben.

Mit einer Gesamtlänge von ehemals sicher knapp 60 m zieht sie von Hangkante zu Hangkante über den Rücken des Bergsporns. Sie besteht aus einem noch recht steilwandigen Wall mit vorgelegtem, nicht allzu tiefen Graben und sichert den Zugang zur etwa 40 m breiten und knapp 90 m langen Spornspitze vgl. Der am nordwestlichen Ende abgeschnittene Wall hat noch eine Länge von 56 m, der Graben, der an beiden Enden gestört und abgeschnitten ist, weist noch knapp 40 m Länge auf.

Am südöstlichen Hang haben einzelne Gruben des Steinbruchkomplexes noch bis in den Graben hinein gegriffen. Auffällig ist dabei, dass der Bereich des Burgmals ausgespart geblieben ist, somit wahrscheinlich zum Zeitpunkt des Steinbruchbetriebes aus besitzrechtlichen Gründen nicht einbezogen werden konnte.

Wie der auf etwa 12 m Länge gänzlich abgetragene Graben zeigt, ging es hierbei sicher nicht um die Schonung alter Baureste. Der Verbleib des Wallmateriales hingegen ist unklar, sein Volumen entspricht aber auffälligerweise etwa demjenigen des mit Steinen gefassten Erdhügels, auf dem die heutige Uhlandslinde steht. Möglicherweise wurde hierbei auch der Weg durch den Wall geführt. Der zeitgenössische, alte Zugang zum Burgmal ist ungeklärt. Möglicherweise bestand er — wie schon früher vermutet — nur als schmaler Durchlass an der südöstlichen Seite zwischen Hangkante und Wallende.

Die hier noch deutlich erkennbare, etwa 1,2 m breite Wegetrasse führt vom Gaffenberg durch den alten Steinbruch, beziehungsweise an dessen östlichem Rand vorbei in das Burgmal hinein und verläuft sich hier nach weiteren etwa 50 m Länge gegen die Bergspitze hin. In dieser Form ist der Weg aber sicher spätmittelalterlich oder neuzeitlich, da er erst nach weitgehender Anlage des Steinbruches in dieser Weise trassiert worden sein kann.

Da bei diesen Arbeiten der Graben des Burgmals ein Stück weit zerstört worden ist, muss das Burgmal älter sein als die Gruben. So schien es sinnvoll, Zweck und Entstehungszeit der Gruben kurz nachzugehen und so vielleicht — neben der archivalischen Erstnennung — einen weiteren Hinweis auf die spätest mögliche Erbauung des Burgmals zu bekommen.

Bekanntlich ist der auf den Heilbronner Bergen anstehende Schilfsandstein von ausgezeichneter Qualität: Landesweit geschätzt wurde er in Mittelalter und Neuzeit und darüber hinaus bis in die Niederlande verschifft. Dem Befund zufolge kann es sich nur um Stein- und Mergelgruben handeln, in denen der hier eher plattig gebrochene Stein wie auch der mergelige Oberboden abgebaut worden sind.

Sie sollen der Überlieferung zufolge noch vor der Zeit angelegt und genutzt worden sein, als nach dem Erwerb Alt-Böckingens die Stadt Heilbronn, frühestens wohl im Jahrhundert, die mächtigen Steinbrüche beim Jägerhaus in Eigenregie in Betrieb nahm. Jahrhundert zum Erliegen kam. Für das Burgmal ergibt sich hieraus jedoch leider kein konkreter, datierender Hinweis.

Die Vielfalt an Bauformen, an möglichen Funktionen und Nutzungen, die bisweilen nachgewiesenen mehrfachen Umbauten lassen pauschale Urteile kaum mehr zu. Am Burgmal hingegen lassen Lage und Gestalt des Wallgrabens keinen Zweifel am beabsichtigten Ziel einer befestigten und geschützten Fläche aufkommen. All dies trifft auf das Burgmal zu.

Insbesondere kommt hierfür das fortgeschrittene Jahrhundert in Frage, eine Zeit, in der vor dem Hintergrund des Investiturstreites lokaler Nieder- und Hochadel offensichtlich seine Herrschaft zu sichern und auszubauen suchte.

Die historische Literatur lässt für das Burgmal jedoch nichts dergleichen vermuten, wenn auch eine schriftliche Erwähnung nicht vorausgesetzt werden darf. So hat sich die anfänglich gesuchte Verbindung zu einer Burg der frühen Ortsherren des abgegangenen Bochingen oder Alt-Böckingen — aufgrund einer Vermutung in der Oberamtsbeschreibung des Jahres — als fruchtlos erwiesen; vielleicht ist die genannte 20 Vgl.

Zu nennen sind in diesem Zusammenhang insbesondere bandkeramische und michelsbergerzeitliche Erdwerke sowie weitere Siedlungen und Grabfunde aus nahezu allen Epochen. Reiche mittelbronzezeitliche Funde aus Hügeln des wenig südlich des Burgmals gelegenen Schweinsbergwaldes sind hier hervorzuheben.

Auf den Randhöhen gegen Heilbronn sind zudem verschiedene Schanzen aus der Neuzeit vorhanden, die wohl spätestens im Zuge der europäischen Erbfolgekriege zu Ende des Jahrhundert zum Schutz der Reichsstadt sowie der Übergänge ins Sulmtal nach Weinsberg angelegt worden sind.

Jahrhundert errichteten Wartberg-Turm zu bestehen scheint. Mit dem Burgmal ist also eine bislang als vor- und frühgeschichtlich eingeordnete Befestigung erfasst, deren Erhaltungszustand und Form durchaus auch an eine mittelalterliche Errichtung denken lässt. Die Aufarbeitung hat diese Vermutung bislang jedoch nicht absichern können. Heilbronn und das mittlere Neckarland zwischen Marbach und Gundelsheim. Heilbronn Quellen u. Forschungen zur Geschichte der Stadt Heilbronn 11 , S.

Siedlungsarchäologie im Heilbronner Raum. Geognostische Beschreibung von Württemberg, Baden und Hohenzollern. Die Kriegsereignisse des Jahres in der Umgegend von Heilbronn. Aus der Heilbronner Stadtgeschichtsschreibung. Festschrift für Helmut Schmolz. Das Pforzheimer Umland im Pfälzischen Erbfolgekrieg — Die römische Besiedlung im Umland von Heilbronn.

Historischer Verein Heilbronn, Veröffentlichung 34 , S. Über die Beziehungen der Flurnamen zur Vor- und Frühgeschichte. Beiträge zur Geschichte, Literatur und Sprachkunde vornehmlich Württembergs. Festgabe für Karl Bohnenberger. Das Zabergäu — auch eine Burgenlandschaft. Funde und Beobachtungen aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Historischer Verein Heilbronn, Veröffentlichung 23 , S. Atlas archäologischer Geländedenkmäler in Baden-Württemberg Band 2: Topographische Arbeiten für die Landesarchäologie in BadenWürttemberg.

Prähistorische Befestigungen und Höhensiedlungen. Vor- und frühgeschichtliche Befestigungen. Ergebnisse und Perspektiven archäologischer Forschung von der Altsteinzeit bis zur Neuzeit. Festschrift zum 25jährigen Gründungsjubiläum der Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern.

Der Heilbronner Stadtwald und sein Lehrpfad. Historischer Verein Heilbronn, Veröffentlichung 6 , S. Archäologische Funde aus Römerzeit und Mittelalter. Hallstattzeitliche Grabfunde in Württemberg und Hohenzollern. Oft stellt sich z. Sie trägt den Titel: Übertriebene Genauigkeit ist hierbei sicher fehl am Platze. Den Grund mag ein Beispiel verdeutlichen. Wenn etwa im Jahrhundert ein Waldstück in seiner Fläche bestimmt werden musste, handelte es sich meist mehr um Schätzungen als um auch nur annähernd genaue Messungen.

Schon deshalb verbietet es sich, ein solches Areal mit z. Eine Änderung in der Messtechnik tritt noch hinzu. Heute verfährt man nach dem Prinzip der Vertikalprojektion auf die Fläche bzw. Jahrhunderts hinein direkt in der Natur gemessen wurde. Bei extremer Topographie mit Hängen, Hoch- und Zwischentälern können die beiden Messmethoden zu nennenswerten Abweichungen voneinander führen. Otto Spiegler in seinem zitierten Buch: So erhob sich seit dem Doch sollte es bis zur Verwirklichung dieser Forderung noch lange währen.

Entsprechende Untersuchungen hat, um das wohl wichtigste Beispiel zu nennen, insbesondere bereits vor einiger Zeit Harald Witthöft für den niedersächsisch-hansischen Raum4 vorgelegt.

Witthöft formulierte an verschiedener Stelle: Geschichtliches Bis ins Schuh, Elle und Klafter seien als Beispiele genannt. Es differenzierte sich von Ort zu Ort — je nach den lokalen Gegebenheiten — immer weiter aus. Vereinheitlichungsversuche zu Beginn der Neuzeit hatten keinen durchschlagenden Erfolg. Es beruhte auf metrischen Grundlagen. Eine andere Frage drängt sich jedoch noch auf: Die Antwort ergibt sich aus den praktischen Gegebenheiten, denen sich ein mittelalterlicher oder frühneuzeitlicher Bauer gegenüber sah.

Für den Bodenseeraum hat Göttmann6 entsprechende Indizien zusammengetragen. Genaue Angaben liegen aber erst für das Jahr vor. Für Roggen und Dinkel gilt: Bei Hafer enthält ein Malter dagegen Liter. Der Schuh wurde seinerseits in 12 Zoll zu je 2,31 cm geteilt. Darüber hinaus hält Spiegler fest, dass sich ein Morgen 29,49 Ar aus Quadratruten zusammensetzt.

Alle diese Werte galten bis Zoll 2,31 cm , Schuh 27,72 cm , Elle 58,26 cm und Rute ,10 cm. Folglich stünden sie auch in keinem direkten mathematischen Zusammenhang, falls dieser nicht schon in der Natur des Menschen bzw.

An dieser Rechnung wird erneut deutlich, dass Angaben mit vielen Stellen hinter dem Komma wenig sinnvoll sind. Man wird die Länge der Heilbronner Rute auf ,5 cm abändern müssen. Das kann jeder an seiner eigenen Elle nachmessen.

Dagegen erscheint ein Schuh von 27,72 cm Länge schon wesentlich realistischer. Eine Faust ist vier Zoll lang. Somit umfasst ein Schuh drei Fäuste bzw. Der mathematische Zusammenhang zwischen einem Drittel Schuh in Heilbronn: Natürlich könnte das ein Zufall ein. Prüft man jedoch diese Beziehung anhand des von Spiegler als willkürlich bezeichneten Verhältnisses zwischen württembergischem Schuh und württembergischer Elle nach, so ergibt sich: Ein württembergischer Schuh misst 28,65 cm, er teilt sich in 12 Zoll zu je 2,39 cm.

Gleiches gilt auch für das Verhältnis von Ulmer Schuh und Ulmer Elle, um ein Beispiel aus einer anderen bedeutenden Reichsstadt herauszugreifen. Für dieses Gemeinwesen berichtet Adolf Kölle13 über Schuh ca. In Möckmühl gilt nach Spiegler15 die einfache Umrechnung: Im Bodenseeraum liegen kompliziertere Verhältnisse vor. Aber auch im Falle des Nürnberger Feldschuhs 33,40 cm und der langen Elle ca.

Auf den ersten Blick haben diese nichts miteinander gemeinsam. Allerdings wurde Getreide nicht über sein Gewicht, sondern über sein Volumen gemessen. Man kann aus dem Schuh die Elle und aus der Elle den Malter berechnen: Aus der Elle lässt sich wiederum der Malter berechnen, denn ein Würfel mit einer Kantenlänge von einer Elle umfasst genau das Volumen eines Hafermalters. Die Antwort ist positiv und sehr einfach: Ein Würfel mit der Kantenlänge einer Elle fasst demnach genau einen Malter.

Die Abweichung beträgt weniger als ca. Ein Malter Getreide ist aber mit etwa kg für den täglichen praktischen Gebrauch wohl zu schwer. Es stellt sich jedoch die Frage, warum der Malter gerade in 8 Teile und nicht — analog zum gebräuchlichen Zehnersystem — in 10 Teile zerlegt wurde. Die Antwort ergibt sich aus dem Konstruktionsprinzip des Malters und damit auch des Simri.

Es konnte gezeigt werden, dass ein Malter dem Volumen einer Kubikelle entspricht. Eine halbe Elle in die 3. Potenz erhoben ergibt eine achtel Kubikelle, also ein achtel Malter und damit ein Simri. Deren etwas eigenartig anmutendes Konstruktionsverhältnis erklärt sich daraus, dass ein aus der Kubusberechnung sich ergebendes Volumen zugrunde liegt. Welcher Zusammenhang besteht hier?

Bei gleichem Volumen bringen z. Roggen und Hafer ein sehr unterschiedliches Gewicht auf die Waage. Ein bestimmtes Volumen Roggen wiegt deutlich mehr als das gleiche Volumen Hafer.

Somit liegt die Vermutung nahe, dass Roggen- und Hafermalter trotz des unterschiedlichen Fassungsvermögens etwa gleich viel wiegen. Danach brachte ein Roggenmalter in Heilbronn etwa 98 bis kg auf die Waage, ein Hafermalter 94 bis kg. Wir können also davon ausgehen, dass ein Malter Roggen etwa gleich schwer war wie ein Malter Hafer — trotz des unterschiedlichen Volumens.

Rechnerisch bedeutet das, dass der Roggenmalter aus 4 und der Hafermalter aus 5 Einheiten zu je etwa 39,5 Litern bestehen. Das Volumen des alten Heilbronner Eimers hängt also mit der Elle bzw.

Zusammenfassung Die voranstehenden Überlegungen haben gezeigt, dass das in Heilbronn vom Grundeinheit für das gesamte System ist der Schuh, welcher 27,72 cm misst. Das ist präzise das Volumen einer Kubikelle, also eines Würfels mit einer Kantenlänge von einer Elle.

Vier alte Eimer ergeben einen Roggenmalter, fünf alte Eimer einen Hafermalter. Als Einheit, als dessen 5- bzw. Es setzt sich in Jagsthausen aus Quadratruten zusammen, wobei eine Rute 12 Schuh umfasst. Daraus lassen sich — wie zu erwarten — exakt jene 24,72 Ar errechnen, die oben angegeben sind. Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 4 , S.

Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde , S. Schwaben und Franken 36 Nr. Blätter für deutsche Landesgeschichte , S. Umrisse einer historischen Metrologie zum Nutzen der wirtschaftsund sozialgeschichtlichen Forschung.

Jahrhunderts mit in Betracht zieht. Unter Berücksichtigung dieser in den Staatsarchiven von Stuttgart und Ludwigsburg schlummernden Quellen gelang es nun, nicht nur für die Topographie des Schöntaler Hofs neue Erkenntnisse zu schöpfen, sondern auch die innere Struktur weiterer Objekte Alt-Heilbronns neu zu entdecken. Mit den Schöntaler und Lichtensterner Höfen, dem Württembergischen Fruchtzehnthof und dem Gästehaus des Klaraklosters handelt es sich dabei durchweg um Anwesen, welche die württembergische Verwaltung unterschiedlich lang und teils zeitlich versetzt genutzt hat.

Die neuen Forschungsergebnisse zu diesen Objekten wurden erstmals im Archäologischen Stadtkataster Heilbronn vorgestellt2, allerdings mehr oder weniger aus dem Zusammenhang herausgelöst; im Folgenden soll ihnen breiterer Raum eingeräumt werden. Staatsarchiv Ludwigsburg D 37 Bü schoss je einen Grundriss zeichnen. Der alte Lichtensterner Hof bestand also aus einem westlichen Nr. Zwischen den beiden Flügeln befand sich der Hof mit Zugang im Südwesten.

Die beiden Flügelbauten waren im Obergeschoss miteinander verbunden, im Süden durch einen ungefähr 7 m langen Gang und ein weiteres Mal nördlich davon. Hier hatte man den etwa 3 m breiten Zugang vom Hof in den Garten mit einem Gang und einer Kammer überbaut.

HAAG scheinen hingegen in Fachwerk ausgeführt gewesen zu sein. Bezüglich der inneren Gebäudestruktur lässt sich aus den Grundrissen von folgendes herauslesen: Unter diesem Keller erstreckte sich der Weinkeller des Hofs. Während der nördliche Bau dieses Flügels Nr.

Dafür standen insgesamt neun Kammern und drei Stuben, eine davon mit Alkoven, zur Verfügung. Eine Küche war in der Südostecke von Gebäude Nr. Obwohl der Plan des Erdgeschosses den Hofgrundriss aus der Wiederaufbauphase nach wiedergibt, erlaubt er zumindest teilweise deutlicher als die Urkarte einen neuen Blick auf die spätmittelalterliche Stadttopographie am Lichtensterner Hof.

Dafür musste der Priester von seinem Pfründgarten ein keilförmiges Stück an den Hof abtreten, das so breit sein sollte wie das neue Haus im Klosterhof. Ferner sollte das Gartenstück zugespitzt auf die alte Hofmauer hin verlaufen. Die Urkunde von bezeichnete sie als alte Hofmauer. Daraus geht hervor, dass das als Neubau bezeichnete Gebäude um ein Viertel schmäler gewesen war, als der nach dem Brand von an seiner Stelle errichtete und bzw. Aus der Übertragung der in der Urkunde von geschilderten Gegebenheiten auf die Urkarte unter Berücksichtigung des Plans von können aber noch weitere Folgerungen gezogen werden.

Unsicher ist die Existenz der mit Fragezeichen versehenen Gebäude in jener Zeit. Weiter entpuppt sich die Fläche zwischen den Gebäuden Nr. Der Württembergische Fruchtzehnthof Kameralamt Wenige Jahre nach richteten die Grafen von Löwenstein nordöstlich der Kilianskirche zwischen der später so genannten Schulgasse und der Präsenzgasse ihren Zehnthof ein Abb. Auf dem Umweg über den Pfalzgrafen bei Rhein, der Mitte des Das Herzogtum nutze ihn als Lagerort für die ihm zustehenden Zehnteinkünfte aus der Heilbronner Markung sowie als Verwaltungsstelle.

Staatsarchiv Ludwigsburg D 39 Bü 48 Mit der aus Mediatisierung und Säkularisation zahlreicher bisher selbständiger Gebiete resultierenden Neuorganisation der württembergischen Verwaltung zu Beginn des Der Grundrissplan zeigt den gesamten Baubestand des Anwesens und benennt zusätzlich die angrenzenden Gassen. Dies verleiht ihm die Qualität eines Situationsplans. Wie aus ihm deutlich hervorgeht, war der Hof im Süden, Westen und Norden von einer massiven Mauer umgeben, die im Osten von einem steinernen Querbau geschlossen wurde.

Der Hof hatte seinen Zugang im Westen durch ein Tor im neu erbauten Hauptgebäude14, welches nicht nur die gesamte Westfront von der Präsenzgasse im Süden bis zur Schulgasse im Norden einnahm, sondern das sich auch noch ein gutes Stück weit entlang dieser Gasse nach Osten erstreckte. Der Beamte wohnte im Obergeschoss. Der unter dem Gebäude liegende Gewölbekeller stand dem Beamten zur Verfügung. Eine in diesem Jahr verfasste Hausbeschreibung16 verzeichnete in dem nunmehr dreistöckigen Gebäude insgesamt zehn heizbare und vier nicht heizbare Zimmer, zwei Küchen, elf Kammern, zwei Holzställe und zwei Böden unter dem Dach, wobei einer davon wohl zum Kelterhaus zu rechnen ist.

Der einstöckige steinerne Querbau im Osten Nr. Seine zwei Dachgeschosse dienten als Lagerraum für Getreide. Die von Pistorius verfasste Baubeschreibung führt weiterhin aus: Sein Erdgeschoss war in Ställe für die Pferde des Beamten und der Zehntfuhrleute unterteilt; auch das Waschhaus und die Wagenremise waren hier untergebracht.

Zwischen und wurde das Gebäude abgebrochen. Die Urkarte zeigt an seiner Stelle eine Garteneinfriedung. März erstattete der königlich württembergische Steuereinnehmer Hefele in Heilbronn seiner vorgesetzten Behörde Bericht über die königlichen Gebäude in der Stadt. Neben der Amtsstube ist noch ein Schreiber- und ein extra Zimmerle. Neben dem Waschhaus ist eine kleine auf frei Pfosten stehend und mit Latten verschlagene Holz Remise mit einem Satteldächle versehen.

Staatsarchiv Ludwigsburg D 39 Bü 48 Der Vergleich des gesüdeten Erdgeschossgrundrisses mit der gesamten Bausubstanz des Klaraklosters erbringt als einzige mögliche Lösung für den Standort der Steuereinnehmerei bzw.

Die untere Etage beherbergt die Wohnung des Maiereipächters. Bis zum Wiederaufbau der am 4. Die Quellenlage zur Topographie des Hofes bezeichnete Albrecht als recht bescheiden. Ausschnitt aus der Urkarte von auf gedruckte Quellen stützte, nämlich auf das Heilbronner Urkundenbuch, die Oberamtsbeschreibungen von Heinrich Titot aus dem Jahr und jene von Friedrich Dürr von sowie die Dürrsche Heilbronner Chronik.

Nun erbrachte der vom Verfasser punktuell durchgeführte Vergleich zwischen den Originalurkunden des Klosters Schöntal zu seinem Hof in Heilbronn und 35 Vgl.

Das Resultat dieser Arbeiten wird im Folgenden als Quellenanhang veröffentlicht. Weitere Erwerbungen von Anwesen in der Stadt folgten bis zur Mitte des Jahrhunderts42, wobei lediglich das als Stiftung an das Kloster gefallene Haus mit Hofstelle des Berthold Halbysse und seiner Frau Heile durch die Quellenaussage gesichert am Klosterhof lag.

Hierzu bedürfte es weiterer Quellen, die Vergleichsmöglichkeiten bieten. Vielleicht können Zufallsfunde auch diese noch dunkel bleibenden Aussagen erhellen. Infolge intensiverer Beschäftigung mit der Materie, als dies im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Historischen Topographie im Archäologischen Stadtkataster möglich war, revidiert die vorliegende Abhandlung teilweise dort vorgenommene Gebäudedatierungen.

Ausgenommen davon war lediglich der Schöntaler Hof gegenüber dem Deutschhof, doch musste die Zisterze für ihn jährlich eine Pauschale von 5 Gulden für Bet und andere städtische Steuern entrichten.

Eine Ausnahme wurde allerdings gemacht: Bis war der Hof aufgeteilt und sukzessive in private Hände verkauft worden,58 so dass die Karte von nur einen, vor allem durch die Nummernfolge , a—d rekonstruierbaren nördlichen Teil zeigt.

Jahrhundert Im Blickfeld der Untersuchung steht zunächst der nördliche Hofteil, dessen Zugehörigkeit zum Schöntaler Stadthof unstreitig ist. Mit dem unteren Hof ist eindeutig der Stadt- und Verwaltungshof beim Deutschhof gemeint. Staatsarchiv Ludwigsburg D 39 Bü 48 bekannt, dass hier ab die württembergische Landvogtei Heilbronn ihren Sitz hatte.

Wie Albrecht ferner nachweisen konnte, wurde das Hintergebäude Nr. Nach mehrfachem Besitzerwechsel gelangte es an die Firma Bruckmann, die seinen Standort in ihr gebautes Backsteinhaus mit einbezog. Jahrhunderts gibt die württembergische Überlieferung Auskunft.

Sie setzt chronologisch mit einem Plan aus dem Jahr ein. Ein weiterer Plan, der ebenfalls die Grundrisse der drei Stockwerke wiedergibt, korrespondiert mit einer im März gefertigten Beschreibung der Landvogteigebäude bzw.

Aus der Legende ist zu entnehmen, dass es sich hierbei um die Wohnung des Kreisaktuars handelte, welche jener per Dekret vom Juni zugewiesen bekommen hatte. Die ehemalig sogenante Praelatur, welche Herr Kreisactuar Mögling bewohnt, ist ein sehr alt, 42 Schu lang, 32 Schu breit, und 3 Stok bis unter das Dach hohes Gebäude; der untere Stok ist von Stein, und die 2 obern von Holz aufgeführt, mit einem Satteldach versehen; im 2.

Stok ist ein Wohn- und Schlafzimmer und nur 1 Küche im 2. Über ihren Standort informiert ein undatierter Gesamtplan des Landvogteianwesens, der sich mit dem Wiederaufbau der bis auf das steinerne Erdgeschoss abgebrannten Prälatur und des zwischen ihr und dem Querbau Nr.

Für den Wiederaufbau der abgebrannten Objekte bot der Plan zwei Alternativen an: Der Zeichner des Plans veranschaulichte beide Möglichkeiten, indem er über das Erdgeschoss von Prälatur und Zwischenbau ein auf die Seite wegklappbares Dach malte.

Da die Gebäudebeschreibung vom März von der zwar sehr alten, aber noch intakten Prälatur spricht, kann diese erst danach den Flammen zum Opfer gefallen sein.

Wie die Urkarte ausweist, gehörten der Brandplatz zu dem an der Allerheiligengasse liegenden Haus Nr. Dieses Gebäude bezeichnet nun eine Bildquelle aus den Archiven der Firma Bruckmann als Steinhaus, welches sie erworben hatte.

Ausschnitt aus dem Gesamtplan mit weggeklapptem Dach. Staatsarchiv Ludwigsburg D 39 Bü 48 den Brand, der somit zwischen März und datiert werden kann.

Damit wird auch die Fertigung des Plans auf diesen Zeitraum eingegrenzt. Oberhalb vom Hof haben wir das Querhaus Nr. Auf der unteren bzw. Die Urkarte fasste Ökonomie und Zwischenbau unter der Nr. Der Erdgeschossgrundriss des zuletzt genannten Gebäudes weist mit dem Halbrund an der Mauer an der Ecke des Querbaus einen Brunnenstandort aus. Wie die Grundrisse vom Erd- und vom ersten Obergeschoss deutlich machen, war das ganze Anwesen der Landvogtei, soweit es nicht von Gebäuden eingesäumt war, von einer starken Mauer umgeben.

Lediglich beim Müllerschen Grundstück Nr. Dazu trägt auch die anscheinend nachträgliche Einzeichnung der Mauerstücke beiderseits des Fluchttors bei, welches den Schöntaler Hof mit dem Müllerschen Grundstück verband. Tatsächlich lässt sich ein Quellennachweis für diese Vermutung erbringen: Stock 1 heizbare Stuben, 1 Stubenkamer, und noch 2 Kammern, und Küchin, etc.

Die Zeichensetzung wurde behutsam an die heute übliche angeglichen. Die zum Steinhaus bzw. Laut einer Notiz vom 3. Die Situation dieses Anteils wurde als zwischen der Allerheiligenkapelle und dem Anwesen von Stoffel Scheuermann gelegen umschrieben. Nach eingehender Beschreibung der Besichtigungsriten im vorderen neuen Bau Nr. Die Kapelle lag auf dem steuerfreien Drittel eines Hauses, das erbaut wurde.

Eine von dem Heilbronner Bürger Adam Betz am Juni an den Schöntaler Abt Johannes adressierte Urkunde bestätigt dieses Ergebnis insofern, als sie mitteilt, dass in diesem Jahr die Allerheiligenkapelle als Steinhaus erneuert worden ist. Diese Frage kann eine angefertigte Niederschrift beantworten, welche die Nachbarn des klösterlichen Stadthofs benennt: Bei der Interpretation dieser Quelle geben nicht nur der Deutschhof und das Tor auf die Metzgergasse wesentliche Hilfestellungen, sondern auch die Spitalscheuer, welche das auf die Urkarte von bezogene und erschienene Heilbronner Adressbuch als das Gebäude Nr.

Über den Worten Schewermans w[itwe] Zusatz von jüngerer Hand: Jahrhundert an dieser Stelle ein Ökonomiebau nachweisen. Dieses grenzte im Norden an das Prälaturgebäude des Schöntaler Hofs, welches im südwestlichen Raum des ersten Obergeschosses eine Küche barg.

Hinter dem Haus Nr. Diesen Besitz benannte eine gefertigte Notiz mit den Worten: Der Erdgeschossgrundriss vom März deutet ein Gewölbe an, welches etwa das rechte bzw. Die hinzuerworbene Harthmutsche Scheuer dürfte dementsprechend das östliche Drittel von Nr. Jahrhunderts mit dem Vorderhaus Nr.

Einen ersten Beleg für die Existenz dieses Verbindungsgangs liefert der rückseitige Vermerk auf einem Untergangsurteil von , dessen Schrifttypus ihn in dieselbe Zeit weist: Ausfertigung, Dorsalvermerk 1 Quellenanhang Nr. Heilbronner Urkarte von lagen. Diese mag im Jahr eingetreten sein, von welchem das Schöntaler Jahr- und Tagbuch Umbauarbeiten am Heilbronner Stadthof gegenüber des Deutschhofs meldet.

Bei diesem erschlossenen Nebengebäude kann es sich nur um einen Vorgängerbau des Querbaus Nr. Mit dieser zeitlichen Einschätzung des Renaissencegebäudes weichen wir bewusst von Friedrich Albrecht und den auf seinen Ausführungen gegründeten Baudaten im Archäologischen Stadtkataster ab. Der Schöntaler Hof im Für das Ökonomiegebäude zeichnet sich damit ein mehrfacher Funktionswechsel über die Jahrhunderte hinweg ab: Albrecht bezieht sich dabei auf Dürr, der von einem per Inschrift auf datierten Amtswappen des Abtes über dem Hals des Kellereingangs berichtete.

Den ersten bezeichnete die oben abgedruckte Hausbeschreibung von als niedrig und den zweiten als klein. Möglich war der Kellerein- oder Umbau unter einem bestehenden Gebäude auf jeden Fall.

Wichtig für uns ist Quellenanhang Nr. Rechts oder links vom Brunnen muss sich das Hoftor zur Metzgergasse befunden haben Grundlage: Heilbronner Urkarte von Diese Beobachtung Vgl. Die vermutete Bauzeit korrespondiert mit den Beobachtungen zum Erkerbau, der ab dem Spätmittelalter als Nachbildung eines Chorabschlusses einsetzte, was dem Erker zunächst die Funktion einer Hauskapelle verlieh. Sie stand, durch Winkel bzw. Weiter berichtet die Schiedsurkunde von der Schöntaler Küchenmauer, die vom Brunnen bis zum Steinhaus reichte.

Auf der Mauer stand noch die Ecksäule eines Hauses, welches Wortz zuvor wohl abgebrochen hatte. Wortz musste nun die Säule entfernen und verlor seine Rechte an dieser Ecke. Ferner geht aus der Urkunde hervor, dass Diemers Grundstück bzw. Die spätmittelalterliche Beschreibung berichtet weiter von den beiden Häusern gegenüber dem Deutschhof.

Wie oben dargelegt, dürften sie einem Neubau gewichen sein, der auf der Urkarte mit der Nr. Über der Kelter und dem Pferdestall befand sich ein Getreidemagazin, das mit den beiden Häusern gegenüber des Deutschhofs Nr. Um nun den genauen Standort dieses Kelter-, Stall- und Magazingebäudes genauer bestimmen zu können, muss die Kobersche Scheuer lokalisiert werden.

Die Angaben zum Schöntaler Wohnhaus erleichtern dies insofern, als dieses hinten an die Kobersche Scheuer angrenzte. Anhand dieser Konstellation lässt sich diese Scheuer auf dem Platz Nr.

Daraus ergibt sich folgende Gebäudeabfolge: Seine Scheuer konnte als Nr. Betrachten wir ferner die Situation auf dieser Karte, gelangen wir auch auf diesem Wege zum Gebäude Nr. Für Frauenbergs Scheuer ergibt sich damit die Nr. Für diese an sich widersinnigen Erkenntnisse kann eine Lösung angeboten werden. Zum anderen aber mag diese Klausel der Auslöser für das Kloster gewesen sein, sich von den Gebäuden zu trennen, die nunmehr der Bet unterworfen waren und welche nicht mehr benötigt wurden.

Für den verpachteten Treifelshof ist der Verkauf im Jahr belegt. Durch diese Grundstückspolitik sparte sich das Kloster vermutlich für runde 70 Jahre Betzahlungen an die Stadt Heilbronn. Die alte Allerheiligenkapelle — jene, die dem Steinhaus weichen musste — kann indessen zur Einordnung eines am Juni ausgestellten Untergangsurteils dienen. Von der Allerheiligenkapelle ausgehend, deren spätmittelalterlicher Standort ebenfalls im östlichen Drittel des Gebäudes Nr.

Diese Eigenschaft war nur für ein Grundstück gege- Quellenanhang Nr. Verfolgt man den Grenzverlauf zwischen Nr. Nach Aussage der Urkunde von wurde sein Vorgängerbau als Kelter genutzt.

Die Untersuchungsergebnisse über den Schöntaler Hof im Jahrhundert veranschaulicht der Rekonstruktionsversuch auf S. Das hiermit ermittelte Bild erlaubt es jedoch kaum, Einblicke in die Anordnung des ursprünglichen Kubelschen Stiftungsgutes zu erhalten. Bescheidene Hinweise auf die Verteilung dieser Objekte im Stadthof geben vielleicht — und bei aller Vorsicht — die für ermittelten Standorte der Kelter später Standort der Prälatur und der Scheuer später Standort des Kelter-, Stall- und Magazinbaus sowie das mehrfach erwähnte Hoftor zur Metzgergasse hin.

Der zwischen dem Deutschen Orden und Quellenanhang Nr. Beim Studium seiner originalen Überlieferung fällt eine ausschlaggebende Diskrepanz zum diesbezüglichen Regest im Heilbronner Urkundenbuch auf: Ferner legte die Urkunde von das gemeinsame Eigentum des Deutschordens und der Zisterze an einem Brunnen fest.

Auffällig sind nun die Parallelen zum ergangenen Untergangsurteil in Sachen Diemer gegen Schöntal, das beiden Parteien Nutzungsrechte am Brunnen zusicherte. Angesichts des vermuteten ursprünglichen Verlaufs der nördlichen Schöntaler Hofgrenze ergibt sich für die beschriebene Grenzziehung folgende Situation: Eine nahezu geradlinige Verlängerung der südlichen Hausfront führt an dem Brunnen vorbei auf die Südwand von Gebäude Nr.

Als das Hinterhaus der Urkunde wäre Nr. Die Ausweitung des Schöntaler Hofs über diese Grenze hinaus nach Norden lässt sich — mit Einschränkungen — rekonstruieren. Der erste Schritt in diese Richtung scheint mit der Einigung von gemacht worden zu sein, als Wortz dem Kloster die Ableitung des Abwassers aus dem Stadthof mittels eines Steinkanals über seine Hofstelle gestatten musste.

Wegweiser für die Stadt Heilbronn. Der Schöntaler Hof in Heilbronn. Schwaben und Franken 42 Nr. Geschichte des Schöntaler Hofs 2. Das deutsche Wohnungswesen von den ältesten geschichtlichen Zeiten bis zum Schwaben und Franken 11 Nr. Historischer Atlas von BadenWürttemberg. Bilder zur Heilbronner Geschichte von — Von Helibrunna nach Heilbronn.

Das Gesundheitswesen im alten Heilbronn — Das Klarakloster — neu entdeckt und rekonstruiert. Neue Forschungen zum Klarakloster. Die Edition bietet für jede Quelle ein am Original neu erarbeitetes Regest, sofern die Quelle nicht durch den Heilbronner Archivbrand vernichtet wurde.

In diesem Fall wurde das Regest des Heilbronner Urkundenbuchs eingearbeitet. Der Wortlaut von lateinischen Urkunden wurde überprüft und die Regesten des Urkundenbuchs — wenn nötig — überarbeitet. Alle Quellentexte und -zitate sind kursiv gesetzt. Schöntal erhält die Kelter mit dem Kelterhaus, den unterkellerten Scheuerteil mit dem Keller und den Stall zwischen dem Kelterhaus und der Scheuer; Oberstenfeld erhält den anderen Scheuernteil, den Stall an dieser Scheuer und eine Scheuer hinter der Scheuer; als gemeinsamen Besitz erhalten beide Klöster den übrigbleibenden Hof, und zwar vom Tor bis zum Ende der Kelter, den Raum zwischen der Kelter und dem Stall, den Garten dahinter und den Gang, der über den Hof geht.

Seine gesamte fahrende Habe, die nach seinem Tode übrig sein wird, vermacht Kubel den beiden Klöstern je zur Hälfte mit Ausnahme der Hausgerätschaften, die an das Siechenhaus des Klosters Schöntal fallen sollen. Aussteller 1 und 2. HAAG Haus und ihre Hofstelle in Heilbronn, die am Hof des Klosters liegen, und empfangen vom Kloster beides wieder als Lehen auf Lebenszeit für einen jährlich auf Martini zahlbaren Zins von 2 h, wobei sie bestätigen, dass nach ihrem Tod das Gut an das Kloster zurückfällt, und sie es beim Eintreten echter Notlagen zuerst dem Kloster zum Verkauf anbieten.

Datum Herbipolense, , feria quarta ante diem beati Martini. De missa jn capella ad omnes sanctorum; kopial um Der Kopf der Textseite weist folgenden Vermerk auf: Peter Zeh und Konrad Kriech; Pfand: StadtA Heilbronn Privatvertragbuch, S.

In den Winkel, der neben der Schöntaler Scheuer und der Scheuer von Bertholt Uczlinger und Hanns von Kirchem abgeht, sollen die drei Parteien ebenfalls eine steinerne Rinne einsetzen und die Ausscheidungen auf gemeinsame, proportional aufgeschlüsselte Kosten auch bis an Eblins Hof leiten. Aussteller 1, 2 und 4. Vacat vide litteram cum signo. Aufgenommen wurden nur solche Einträge, welche sich auf Bausubstanz beziehen. Ein Eintrag auf S. Der Text auf S. März , weshalb das Gültverzeichnis zuvor entstanden sein muss.

Jst ab kaufft do man den kor bawet et vacat. Diese Nach- richt zum Gültenkauf dürfte sich auf den Chorbau der Kilianskirche —87 beziehen. Aussteller 1 und 4. Ein entschid zwischenn unns unnd der nachburn zu Heilprunn anntreffenn unnsern obernn hoff dicti Treyffels.

Die Ecksäule vom Wertzschen Haus auf der Schöntaler Küchenmauer unterhalb des Schöntaler Hauses, die vom Schöntaler Brunnen bis an das Steinhaus reicht, wird abgebrochen, Wertz verliert sein Recht an dieser Ecke und darf auf der Mauer nicht mehr bauen. Vermerk über je eine Urkundenausfertigung für beide Parteien. Beruren das thorlin inder Folgt Bemerkung von jüngerer Hand: Wohl zeitgleicher Eintrag ins Kopialbuch. Oktober die Kirche zu Neuses, die lange ungeweiht sine reconciliatione war, sowie den neuen Nikolausaltar im Kloster Schöntal geweiht und die grössere Kirche dort, die Kapellen in der Abtei, am Tor, im Siechenhaus, die Kirchhöfe der Mönche und der Laien, das Kapitelhaus mit allen Altären samt den Kapellen in Gommersdorf, Mergentheim und Heilbronn kraft päpstlicher Vollmacht wieder geweiht und Ablass verliehen hat.

Weil die zwei Giebel gegeneinander stehen, darf keine Partei zwischen den Häusern etwas ausschütten oder [Unrat] hinabwerfen und Schöntal muss sein Fenster zumauern. Die Rüstlöcher von Unverworrens Keller muss das Kloster dulden, doch dürfen sie nur anderthalb Schuh breit und hoch sein und sie müssen verschlossen sein.

Aussteller 1 und 3. Literae aliae uber Treyffels hoff, Neue Erkenntnisse zur Stadttopographie antreffen das cleyn hewslin und den gangk. Nach einem Vermerk hinten quittierte Seuter für 23 Gulden. Von persönlichen Frondienstleistungen sind der Abt und der Konvent befreit. Bei Einfuhr von Wein, der nicht auf Heilbronner Markung gewachsen ist, muss Schöntal Bodengeld zahlen, doch ist der Import auf 50 Heilbronner Fuder beschränkt, was der Keller jedesmal beschwören muss und von den vom Rat dazu Verordneten überprüft wird.

Weinverkauf oder -ausschank muss verungeltet werden. Den Schöntaler Herren ist es verboten, ohne Zustimmung des Rats weitere Güter auf Heilbronner Markung zu erwerben; von diesem Verbot ausgenommen sind Erbschaften; diese müssen sie jedoch innerhalb eines Jahres bzw.

Gülten auf anderen Häusern und Gütern sollen bei Lösung durch das Kloster innerhalb eines Vierteljahres an Heilbronner Bürger verkauft werden. Wenn die Herren von Schöntal ihr Steinhaus und die kleine Hofstelle, die oben in der Stadt bei Hans Schnabel liegen, verkaufen, dürfen sie mit dem erlösten Geldbetrag ein anderes Haus oder eine Scheuer allerdings nur um den Schöntaler Hof herum erwerben; diese Immoblie müssen sie dann verbeten.

Wenn die Schöntaler Herren andere Güter verkaufen, darf der Gegenwert nicht wieder in Immoblien angelegt werden. Juni dem Bürgermeister und dem Rat schwören, die städtische Ordnung einzuhalten und bei Sachen, die sich in Heilbronn zugetragen haben, sich der hiesigen Gerichtsbarkeit zu unterwerfen. Vermerk über die Ausfertigung zweier gleichlautender Urkunden. Siegelbild und Teile der Umschrift erhalten; 2: Der Rat bewilligt ihm den Kauf des Hauses neben Hans Schnabel oben in der Stadt beim Schöntaler Hof und lebenslänglichen Sitz darin; er kann einen Keller oder Knecht darein setzen, der den Bürgermeistern gelobt etc.

Dreyfelshof im Jahr um Gulden verkauft. Vermerk über zwei gleichlautende Ausfertigungen der Urkunde für die beteiligten Parteien. September seine Wand lotgerecht aufführen und seine Traufe mitten in den Winkel richten muss. Es handelt sich hierbei um Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen, die der Keller vor seinem Herrn, dem Reichserbkämmerer Konrad von Weinsberg, offen legen musste. Von ihnen interessiert uns das älteste. Auf seinem vorderen Einbanddeckel vermerkte eine Hand des Jahrhunderts den Inhalt des Heftes: Zwischen der letzten Heftseite und dem hinteren Deckel ist als weiteres Doppelblatt in Schmalfolio ein auf denselben Tag, den Januar , datierter Abrechnungszettel eingelegt.

Alle Blätter des Hefts sind ebenso wie die zum Einband verwendeten ohne Wasserzeichen. Aus der Beschaffenheit der Heftbindung sowie anderer Merkmale lassen sich folgende Schlüsse ziehen: Ursprünglich bestand das Heft aus vier ungehefteten Einheiten, deren jede 12 Blätter umfasste. Diese Konvolute waren in ein auf Schmalfolio gefaltetes Blatt eingelegt, dessen hintere Innenseite einen Vermerk über die erfolgte Rechnungslegung enthält: Da der zwischen Wirtschaftsverwalter Kümpf und dem Reichserbkämmerer vollzogene Rechnungsabschluss vom Januar datiert, ergibt sich für die hier angesprochene Rechnungsvorlage der 3.

Aus der Heftbindung ist zu ersehen, dass jedes Konvolut bei seiner Bindung zugleich mit dem Einband verbunden wurde, 1 Zum Charakter der Rechnungen sowie den Möglichkeiten ihrer Auswertung vgl. Januar datiert wurde.

Da ihm nun schon am 3. Januar das Heft vorgelegt wurde, müssen wir davon ausgehen, dass die einzelnen Rechnungshefte wohl gegen Ende des Jahres mit einem Einband versehen wurden. Der Einband setzt sich aus mehreren ursprünglich mit einander vernähten Schichten Papier zusammen.

Durch die Faltung wurde der Heftrücken auf Schmalfolio reduziert. Das erste Blatt ist gänzlich unbeschrieben. Fest vernäht mit ihm war ein zweites Blatt2, das die mit der Rubrizierung Sehsteiler versehenen Seiten 13 und 14 sowie die mit dem Begriff Czwolffteiler überschriebenen Seiten 31 und 32 eines Amtsbuches enthält. Diese sind bestimmten Örtlichkeiten einer ungenannten Stadt zugeordnet.

Einige dieser Örtlichkeiten wie die Geislinger Steige3, der Deutschhof4, Allerheiligen5 oder die Fischergasse6 sind unter beiden Rubriken aufgeführt. Es wird im Anhang im Bild veröffentlicht und sein Text mit zeilengetreuer Transkription publiziert. Um sowohl die Arbeit als auch die Argumentation mit dem reichen Namenmaterial zu erleichtern, wurden bei der Edition die einzelnen Lokalisierungspunkte durchparagraphiert.

Ohne weiteres lokalisierbar sind die Geislinger Steige, die Fischergasse und die Metzgergasse — sie sind auf der Urkarte von und dem Stadtplan von eingezeichnet. Der Deutschhof ist noch heute ein der Allgemeinheit bekannter Begriff, seine Situation ist bekannt. An der Südwestecke der Kreuzung befand sich die Badstube. Beide befanden sich in der südwestlichen Ecke von Alt-Heilbronn.

Zur Datierung des Fragments Die vor dem 3. Januar erfolgte Einbindung des Rechnungsheftes bildet einen terminus ante quem für den Beschrieb des Amtsbuchfragments. Die Abgleichung seines Namensmaterials mit dem Heilbronner Urkundenbuch erlaubt es, das Fragment zeitlich noch enger einzugrenzen. Er war bereits verstorben, als am Da der heute als Marktplatz benannte Platz vor dem Rathaus das ganze Mittelalter hindurch als Hofstatt bezeichnet wurde, scheidet er als Standort für die drei Häuser aus.

Dass die Angaben zur Lokalisierung eines Wohnplatzes im Mittelalter von Quelle zu Quelle noch schwankten, lässt sich u. Aus dieser Steuerleistung ergibt sich ein besteuerbares Vermögen von nur Gulden. Die Personen müssen durch übereinstimmende Vor- und Beinamen bzw.

Dieser Platz stand während der Jahrmärkte den Krämern zur Verfügung. Von der Köczin berichtet das Neuensteiner Fragment, sie habe in der Metzgergasse gewohnt. StadtA Heilbronn, B 1 Nr.

Für die Datierung ergab sich aus dieser Untersuchung lediglich, dass das Neuensteiner Fragment relativ zeitnah zum Betbuch angesiedelt werden muss. Bei den Personen ist zuerst die Schreibweise im Neuensteiner Fragment, darunter die im Betbuch angegeben. Die fett wiedergegebenen Lageangaben stammen aus dem Betbuch von , die Zuordnungen zum Sechs- bzw.

Zwölfteiler aus dem Neuensteiner Fragment. Narung 26 Hans Mürsche H. Mürsch 27 Heincz Krümeack, H. Krumenaker 28 Heincz Veczer H. Die starke Differenzierung der Wohnplätze im Fragment gegenüber den wenigen Örtlichkeitsnamen im Betbuch von veranlasst jedoch Zweifel an dieser Datierung. Wie die Betbücher zeigen, nimmt die Anzahl der verzeichneten Gassen und Plätze zu, je jünger die Steuerlisten sind.

Bestätigt wird diese Annahme durch die Bedeutung des lateinischen Wortes vxor, dessen Gebrauch in der Heilbronner Amtssprache des Mittelalters eine Witwe bezeichnete. Unser Fragment wurde also nach angefertigt. Dieselbe Beobachtung lässt die Quelle auch an anderen Stellen zu, beispielsweise mit dem Ersatz des ausgestrichenen Frencklin von Flin durch Peter Veczer50 oder dem statt Concz Byholz eingesetzten Cuncz Bleyler51, dem ersatzlosen Streichen des Berthold von Rotenburg52 oder den nachträglich hinzugefügten Peter Hütman53 und Concz Suter Hier greifen die von Mistele gemachten Beobachtungen über die noch nicht erblichen Beinamen, die bei den Besteuerten der ältesten Betbücher des öfteren wechselten.

Es muss nun untersucht werden, wie stichhaltig der Erwerb dieses Bürgerrechts für unser Datierungsanliegen ist. Weil aber nur die Einwohnerschaft ab einem gewissen Vermögen erfasst wurde, reicht dieser Punkt alleine nicht aus, um einen terminus post quem für das Fragment zu erhalten.

Weitgehendere Schlüsse lässt eine Analyse ihrer sozialen Bindungen zu. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie zwei noch unmündige Kinder. Ein weiteres Mal taucht dieselbe Guta in einer , also mehr als 40 Jahre später ausgestellten Urkunde als Ehefrau des Heilbronner Neubürgers und Böckinger Kirchherrn Konrad auf, zwar betagt — wie aus der Urkunde erschlossen werden kann —, aber noch am Leben.

Seine Entstehungszeit kann infolgedessen auf den Zeitraum zwischen und festgelegt werden. Gattungsbestimmung Problematischer gestaltet es sich, den Charakter des Amtsbuches zu bestimmen, dem das Neuensteiner Fragment entnommen ist. Da die Seiten lediglich Personennamen unter den Rubrizierungen Sechs- und Zwölfteiler verzeichnen und keinerlei Abgaben nennen, können alle Listen ausgeschieden werden, welche die Besteuerung der einzelnen Bürger nach ihrem Vermögen oder ihrem Verbrauch erfassten.

Diese Art der Besteuerung bringt automatisch unterschiedliche Schuldbeträge des Einzelnen mit sich. Unter die damit ausgeschlossenen Quellen fallen die Bet- und die Schuldbücher61, die Listen über die Torhutabgaben62, die Ungeltbücher63 und die Aufzeichnungen über gezahlte oder zu zahlende Nachbzw.

Als weiteres Beispiel mag Claus von Halle Tab. Der eigentliche Zweck eines Schuldbuches bestand darin, die von der Stadt verliehenen Gelder und Betschulden zu notieren; vgl.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den in Pfund Heller lb h entrichteten Steuern ab. Stellen wir uns nun die Frage, was eine Stadt wohl mittels einer Namensliste erfasst haben könnte, bei der das Vermögen der einzelnen Personen anscheinend nicht ausschlaggebend für die getroffene Kategorisierung war. Diese Tatsache spricht auch gegen die Annahme, dass es sich bei den vier Seiten um das Fragment eines Heilbronner Bürgerbuchs handelt. Nur so lässt sich erklären, dass das Blatt spätestens im Januar für einen Einband verwendet werden konnte.

Moriz von Rauch zeigte dazu eine Parallele auf, als er die Reste eines Heilbronner Bürgerbuchs veröffentlichte, die er als Einband eines Hellerzinsbuches vorfand. Leider vermerkte er nicht, welcher Zeitstellung dieses Zinsbuch entstammte76, woraus weitere Rückschlüsse auf den Umgang der städtischen Verwaltung mit ihrem Schriftgut gezogen werden könnten.

Aber diese Möglichkeit erscheint uns ein wenig zu theoretisch. Papier war im ersten Drittel des Jahrhunderts, obwohl es in Mühlen hergestellt wurde, ein immer noch teures Wirtschaftsgut. So wurden im Rechnungsjahr u. Das Neuensteiner Fragment stammt aus einem zwischen und angelegten Heilbronner Amtsbuch, dessen Gattung bis auf weiteres verborgen bleibt. Die unter den Rubriken Sechs- und Zwölfteiler verzeichneten und nach Lokalitäten geordneten etwa Personen bewohnten den südwestlichen Teil der Stadt um den Deutschhof bis zur Hofstatt, den heutigen Marktplatz.

Dieser könnte das Fragment an die Weinsberger Verwaltung weiterverkauft haben, die es vor oder im Januar als Verstärkung eines Einbandes für die Ein- und Ausgabenrechnung des Rechnungsjahres verwendete. Die Weinsberger Rechnungen und die Wirtschaftsgeschichte. Württembergisch Franken 50 , S. Ein mittelalterlicher Markt in Heilbronn. Schwaben und Franken 10 Nr.

Schwaben und Franken 17 Nr. Die Bevölkerung der Reichsstadt Heilbronn im Spätmittelalter. Eine sozialgeschichtliche Untersuchung an Hand der Steuerbücher des Schwaben und Franken 4 Nr. Die neue Gasse in Heilbronn um Geschichte und Leben einer Stadt in Bildern. Heilbronn Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn 4 Edition Die Transkription des Neuensteiner Fragments erfolgte zeilen- und buchstabengetreu bis auf folgende Abweichungen: Alle anderen übergeschriebenen Buchstaben wurden bei der Transkription nachgesetzt.

Zusätze des Autors sind in eckigen Klammern eingeschlossen. In der Vorlage vorgenommene Streichungen wurden bei der Transkription durch Unterstreichungen kenntlich gemacht.





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